AUSZEICHNUNG GEMÄß ANREIZSYSTEM ZUR FRAUENFÖRDERUNG
Zeit: Donnerstag, 11.06.2026, 15:00-17:00 Uhr
Ort: SZ 15.22, ReSoWi-Zentrum, 2. Stock, Bauteil G (Eingang Schubertstraße)
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Jährlich werden Wissenschaftszweige der Universität Graz für ihre hervorragende Nachwuchsförderung, Einstiegschancen und Aufstiegschancen im Sinne der Gleichstellung von Männern und Frauen an unserer Universität ausgezeichnet. Die feierliche Überreichung der Prämierungen für 2025 erfolgt durch die Vizerektorin für Internationalisierung und Gleichstellung, Univ.-Prof.in Mireille van Poppel, PhD und die Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen, Ao.Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Maria Elisabeth Aigner. Zudem wird ein Doktoratsstipendium an einen ausgewählten Wissenschaftszweig vergeben – mit dieser Maßnahme soll die Promotion von Frauen in Fächern mit einem geringen Anteil an Doktoratsabsolventinnen unterstützt werden.
Vor der Prämierung hält Mag.a Elli Scambor einen Vortrag zum Thema “Wie Gewaltprävention und geschlechtergerechte Aufteilung von Care-Arbeit zusammenhängen … und was das mit fürsorglichen Männlichkeiten zu tun hat”
Zum Vortrag:
Das in den Jahren 2023 bis 2025 durchgeführte Forschungs- und Praxisprojekt „Gender Equality and Quality of Life in Austria“ (GEQ-AT) widmet sich erstmals systematisch dem Zusammenhang zwischen einer geschlechtergerechten Aufteilung von Ressourcen – insbesondere Care-Arbeit, Erwerbsarbeit und Entscheidungsmacht – und Gewaltprävention im sozialen Nahraum in Österreich. GEQ-AT knüpft konzeptionell an Vorläuferstudien aus Norwegen (2009) und Polen (2017) an, die empirisch belegen konnten, dass egalitäre Beziehungs- und Familienstrukturen mit einer signifikant geringeren Wahrscheinlichkeit von Gewalt einhergehen. Ungleiche Machtverhältnisse in Partnerschaften steigern hingegen das Risiko für häusliche Gewalt deutlich. Die vorliegende österreichische Studie bestätigte dieses Ergebnis: Für Befragte, die angaben, dass der Vater das letzte Wort bei Entscheidungen in der Familie hatte, war das Risiko für körperliche Gewalt in der Kindheit am größten. Elli Scambor (Koordinatorin der GEQ AT Studie) stellt Highlights aus der GEQ AT Studie vor und zeigt anhand der Ergebnisse, welche Bedeutung fürsorglichen Männlichkeiten / Caring Masculinities in diesem Prozess der Herstellung gerechter Verhältnisse in Partnerschaften und Familien zukommt.
Zur Vortragenden:
Elli Scambor, Soziologin. Geschäftsleiterin des Instituts für Männer- und Geschlechterforschung (www.genderforschung.at). Preisträgerin des Käthe-Leichter-Preises für Frauenforschung, Gender Studies und Gleichstellung in der Arbeitswelt 2016. Koordinatorin zahlreicher internationaler Studien mit den Schwerpunkten Caring Masculinities in Organisationen, Men & Gender Equality, Aufdeckung von sexualisierter Gewalt und Aufarbeitung in Institutionen, Care-Arbeit, Gewaltprävention & Change Agent Ansätze. Wissenschaftliche Koordinatorin der ersten systematischen EU 31-Länder Study The Role of Men in Gender Equality (https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/f6f90d59-ac4f-442f-be9b-32c3bd36eaf1/language-en). Koordination von Men in Care in Österreich (https://www.work-with-perpetrators.eu/men-in-care). Lehrbeauftragte an Universitäten und Fachhochschulen. Stellvertretende Vorstandsvorsitzende im Dachverband Männerarbeit Österreich (DMÖ). Mitglied der GenderWerkstätte und Mitglied im Vorstand von vera* - Vertrauensstelle Kunst und Kultur.