WLB an der Universität Graz - Wissenschaft leben in Balance & Work-Life Balance
Work-Life Balance
Im Jahr 2023 wurde, aufbauend auf dem Schwerpunktprogramm „Wissenschaft leben in Balance“ aus den Jahren 2012 - 2015 (siehe unten), eine Umfrage zum Thema „Work-Life-Balance“ (WLB) an der Universität Graz durchgeführt. Teilgenommen haben Bedienstete des wissenschaftlichen und des allgemeinen Personals, während an der „Wissenschaft leben in Balance“ Umfrage im Jahr 2013 ausschließlich wissenschaftliche Bedienstete teilgenommen haben. Mittels dieser WLB-Umfrage aus dem Jahr 2023 lässt sich beispielsweise analysieren, ob sich die WLB im wissenschaftlichen Personal über die letzten 10 Jahre verändert hat und ob sich Unterschiede hinsichtlich der WLB zwischen dem wissenschaftlichen- und dem allgemeinen Personal zeigen. Die Ergebnisse sind im Endbericht der WLB-Umfrage 2023 zusammengefasst. Basierend auf den Ergebnissen dieser Umfrage wurden drei Fokusgruppen mit insgesamt 21 Expert*innen der Universität Graz im Sommer 2024 durchgeführt. In diesen Fokusgruppen waren Bedienstete des allgemeinen und des wissenschaftlichen Personals verschiedener Karrierestufen und verschiedener Institute, Zentren, Abteilungen & Einrichtungen vertreten.
Zusätzlich zu dieser Umfrage bezüglich der Work-Life-Balance unter den Bediensteten der Universität Graz, wurde durch die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung eine Umfrage zur “Work-Life-Learn-Balance” unter den Studierenden der Universität Graz durchgeführt. Im Rahmen dieser Umfrage wurden vorwiegend methodisch qualitativ orientierte Fragen darüber gestellt, wie Studierende Arbeits- und/oder Betreuungspflichten sowie Freizeit und Erholung mit ihrem Studium vereinbaren. Außerdem wurden im Jahr 2025 quantitative Sekundärdaten basierend auf der Teilstichprobe der Universität Graz aus der Studierenden-Sozialerhebung 2023 (durchgeführt durch das Institut für Höhere Studien) analysiert, um einen möglichst umfangreichen Einblick in diese Thematik zu erhalten.
Auf Grundlage dieser Umfrageergebnisse ("Work-Life-Balance" sowie “Work-Life-Learn-Balance”) sowie auf Grundlage der Fokusgruppen und auf Grundlage der oben beschriebenen Sekundärdatenanalyse werden durch die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung unter wissenschaftlicher Beratung des Zentrums für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung Maßnahmen zur Verbesserung der Work-Life(-Learn) Balance an der Universität Graz entwickelt und vorgeschlagen. Bisher wurde dabei u.a. der Leitfaden Besprechungsgestaltung & Gesprächskultur erstellt. Dieser bündelt praxisnahe Vorschläge zur Gestaltung von Besprechungen und der Gesprächskultur, was sowohl für das Wohlbefinden aller Beteiligten als auch für das Engagement (in der Gruppe) förderlich sein kann. Dieser Leitfaden kann hier auf Deutsch und hier auf Englisch heruntergeladen werden.
Wissenschaft leben in Balance (2012 - 2015)
In diesem strategischen Projekt wurde unter Einbeziehung von etwa 600 Wissenschafter*innen der Universität Graz ein universitätsspezifisches Konzept von Work-Life-Balance entwickelt. Die Universitätsspezifik besteht darin, dass neben dem Themenbereich Sorgearbeit Bereiche wie Leitbilder in der Wissenschaft, Zeithandeln, Kooperationsformen, Verfügbarkeitserwartungen, Mobilität und Umgang mit Planungsunsicherheit bearbeitet wurden.
Das Projekt startete im Herbst 2012 mit einer wissenschaftlich fundierten Analysephase zu den genannten Bereichen. Eine aufschluss- und umfangreiche Datenbasis lieferten die Online-Umfrage im Februar 2013 sowie die parallel zur Befragung geführten Tiefeninterviews mit Wissenschafter*innen der Uni Graz. In der zweiten Projektphase wurden auf der Basis der Analysen in einem universitätsweiten Reflexions- und Diskussionsprozess konkrete Konzepte und Maßnahmen erarbeitet.
Der Projektendbericht wurde im April 2015 fertig gestellt. Er enthält die im Projekt entwickelten Vorschläge für eine WLB-Policy für die Universität Graz und für konkrete Maßnahmen, die auf unterschiedlichen Ebenen zur Unterstützung eines ausgewogenen Lebens in der universitären Wissenschaft beitragen sollen.
Aus den wissenschaftlichen Vorarbeiten für dieses Projektergebnis sind eine Reihe von Vorträgen, Aufsätzen und wiss. Abschlussarbeiten hervorgegangen, eine Liste der Publikationen finden Sie hier.
Unter anderem entstanden Publikationen in der Zeitschrift GENDER:
Work-Life-Balance + Wissenschaft = unvereinbar? Zur exkludierenden Vergeschlechtlichung einer entgrenzten Lebensform
Autorinnen: Tanja Paulitz, Melanie Goisauf, Sarah Zapusek
sowie in der Zeitschrift Higher Education:
What makes academic careers less insecure? The role of individual-level antecedents
Autorinnen: Tanja Paulitz, Melanie Goisauf, Sarah Zapusek
und der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie:
Lebenspraxis Wissenschaft? Von der praktischen Sperrigkeit des Work-Life-Balance-Konzepts im wissenschaftlichen Feld
Autorinnen: Renate Ortlieb, Silvana Weiss
Außerdem entstand u.a. basierend auf den Projektergebnissen folgendes Buch:
Grenze zwischen Berufs- und Privatleben im Wissenschaftsfeld. Eine Bourdieusche Perspektive
Autorin: Silvana Weiss