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HERSTELLUNG VON GESCHLECHT UND ÜBERSCHREITUNG DER GESCHLECHTERGRENZEN

Vorträge in der Reihe To be Published

 

Die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien, Frauenforschung und Frauenförderung, das Institut für Soziologie - Forschungsschwerpunkt Geschlechtersoziologie, sowie das IFZ - der Grazer Standort des Instituts für Technik- und Wissenschaftsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt haben eingeladen:

 
TO BE PUBLISHED

 

NachwuchswissenschafterInnen der Geschlechterstudien präsentieren neueste Forschungsergebnisse.

 

Diese Veranstaltungsreihe versteht sich als Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus dem Bereich der Geschlechterstudien und bietet eine Plattform für den Austausch mit Fachleuten und interessierter Öffentlichkeit. Die regelmäßige Präsentation von herausragenden Abschlussarbeiten der Genderforschung erlaubt einen Einblick in brandaktuelle Forschungsarbeiten ambitionierter NachwuchswissenschafterInnen der Universität Graz.

 

 

 

Irina Wünscher: „Die Herstellung von Geschlecht im Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen“

(Begutachterin Univ.-Prof.in Dr. Angelika Wetterer)

 

Im Konzept des "doing gender" wird das Geschlecht einer Person nicht mehr als ein Merkmal dieser verstanden, sondern als etwas, das erst im sozialen Prozess hergestellt wird. Dafür bedarf es der Interaktion, in der das Zusammenspiel von Geschlechtsdarstellung durch die DarstellerInnen und die Geschlechtsattribution durch die BetrachterInnen entscheidend ist. In diesem Konzept spielt sowohl in der Geschlechtsdarstellung, als auch in der Geschlechtsattribution das Visuelle eine entscheidende Rolle.

Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf dieses Konzept und hinterfragt, wie es mit der Perspektive auf blinde und sehbehinderte Personen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zur visuellen Wahrnehmung haben, anzuwenden ist. Es wird diskutiert, ob sie eine Geschlechtsattribution vornehmen, und welche Bedeutung ihr Äußeres und die eigene Darstellung für sie hat. Dafür wurden im Rahmen der qualitativen Erhebung 13 Leitfaden-Interviews mit blinden und sehbehinderten Probanden und Probandinnen, sowie auch zwei Expertinnen-Interviews durchgeführt.

Den Ergebnissen zufolge kann vermutet werden, dass die Probanden und Probandinnen in ihrem Alltag Geschlecht herstellen, wenngleich deutlich wird, dass ihr Schwerpunkt dabei hinsichtlich der Geschlechtsattribution auf ihrem Gehör liegt. Bezüglich der eigenen Darstellung wird zudem u.a. deutlich, dass das soziale Umfeld auf diesen Bereich einen großen Einfluss hat, und dieser den Probanden und Probandinnen bewusst ist. Hervorzuheben ist, dass immer wieder Unterschiede in der Beschreibung des Zugangs zur Thematik deutlich werden, die vermutlich u.a. auf den Zeitpunkt der Sehverschlechterung und die Schwere der Sehbehinderung zurückzuführen sind.

 

 

 

Eva Calvi: „Eine Überschreitung der Geschlechtergrenzen? Intersexualität in der ‚westlichen Gesellschaft’ zwischen konstruierter Nicht – Existenz, Pathologisierung und einem Aufbrechen des binären Geschlechtermodells aus gendertheoretischer Perspektive.“

(Begutachterin Ao.Univ.-Prof.in Dr. Karin Schmidlechner)

 

In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie Geschlechtlichkeit in ‚westlichen Gesellschaften’ – unter Differenzierung zwischen „sex“ und „gender“ – hergestellt bzw. konstruiert wird und welche Konsequenzen dies für Menschen mit in diesem Sinne uneindeutigem biologischen Geschlecht (sex), die dem hegemonialen binären Geschlechtermodell nicht Rechnung tragen und gegenwärtig als „Intersexuelle“ („Menschen zwischen den Geschlechtern“) tituliert werden, hat. Der theoretische, interdisziplinäre Zugang zur Thematik gründet sich sowohl auf biomedizinischen, rechtlichen, sozialwissenschaftlichen, geschichtlichen, ethnographischen als auch auf gendertheoretischen Erkenntnissen und verschafft einen Einblick in die Praktiken und Ansichten des ‚westlichen Kulturkreises’ hinsichtlich des Managements von Intersexualität. Auf diese Weise wird die Kategorie Geschlecht als historisiert erkannt, was z.B. am Übergang vom „Ein – Geschlecht – Modell“ zum „Zwei – Geschlechter – Modell“ aufgezeigt wird, darüber hinaus wird der damit einhergehende Wandel der Betrachtung und Behandlung von Intersexualität hin zur heutigen Problematisierung dieses Phänomens veranschaulicht. Interkulturelle, postmoderne und queere Beispiele für das Aufbrechen des binären Geschlechtermodells zeigen zudem auf, dass „Geschlecht“ auch anders gedacht und gelebt werden kann, wodurch traditionelle Grenzziehungen und binäre hierarchische Oppositionen entnaturalisiert und neue Ansatzpunkte für den Umgang mit intersexuellen Menschen und deren Anliegen erörtert werden.

Publikation: "Eine Überschreitung der Geschlechtergrenzen? Intersexualität in der 'westlichen Gesellschaft' zwischen konstruierter Nicht-Existenz, Pathologisierung und einem Aufbrechen des binären Geschlechtermodells aus gendertheoretischer Perspektive", DWV 2012, ISBN-13: 978-3868880427

 

 

Zeit: Dienstag, 26. November 2013, 18:15 - 20:15 Uhr

Ort: Universität Graz, Zentrum für Weiterbildung, Harrachgasse 23/2, Lift im Durchgang

Kontakt: Ilse Wieser, ilse.wieser(at)uni-graz.at, 0316/380-1020

Link zu den Veranstaltungen im Rahmen der Geschlechterstudien 

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