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Weitere Gleichstellungsmaßnahmen

Umsetzung von Gleichstellung: eine Vielfalt von Maßnahmen

Seit Beginn der Maßnahmen zum Diskriminierungsschutz Anfang der 1990er wurden diese von flankierenden bzw. prophylaktischen Maßnahmen begleitet. Waren es zunächst fast ausschließlich Frauenförderungsmaßnahmen, also Maßnahmen des Nachteilsausgleichs für individuelle Wissenschafterinnen, wurden in den letzten Jahren zunehmend strukturbezogene Maßnahmen im Sinne des Gender Mainstreaming entwickelt und gesetzt. Maßnahmen wurden und werden sowohl zentral und österreichweit (durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, teilweise in Kooperation mit den großen Forschungsförderungseinrichtungen) als auch durch die Universitäten selbst durchgeführt. 

Zu den wichtigsten österreichweit wirksamen Maßnahmen gehören für Frauen reservierte Habilitationsstipendien, später dann ein mehrjähriges, an die Universitäten adressiertes  Anreizmittel-Programm („Exzellentia“), das Universitäten anlässlich von Berufungen von Frauen mit Geldprämien (ca. 30.000 €) gratifizierte. Weiters wurden von Seiten des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mehrfach Geldmittel zur Entwicklung von gleichstellungsfördernden Maßnahmen ausgeschüttet, auf diese Weise wurden etwa die qualitätvolle Entwicklung und initiale Durchführung von Maßnahmen zur gleichstellungsbezogenen Personalentwicklung (Coaching-, Trainings- und Mentoring-Programme) an mehreren Universitäten und die Entwicklung von Gender Monitorings gefördert. Darüber hinaus wird in Kooperation mit anderen Ministerien ein großes Programm zum Themenbereich Frauen in Forschung und Technologie fFORTE durchgeführt. 

Universitätsseitig findet sich inzwischen häufig eine ganze Palette von Interventionen. Als Beispiel für den Policy-Mix, der in Sachen Gleichstellung an Österreichs Universitäten angewandt wird, seien hier die Maßnahmen der Universität Graz angeführt; es handelt sich um eine große Universität, deren Aktivitätslevel in Sachen Gleichstellung sehr entwickelt und sicher leicht über dem österreichischen Durchschnitt anzusiedeln ist. Die Universität Graz setzt Interventionen auf sämtlichen Ebenen der Organisationsstruktur und für alle an der Universität tätigen Gruppen: 

 

Leitung

  • Institutionalisierung des Themas Chancengleichheit auf Rektoratsebene (Vizerektorat Personal und Gleichstellung)

  • Deklarierte Zielsetzung geschlechtergerechte Berufungspolitik

 

Steuerungsinstrumente

  • gender-indikatorengestützte Vorgehensweise auch bei der internen Budgetverteilung
  • interne Leistungsvereinbarungen enthalten Zielwerte, Maßnahmen zu Chancengleichheit  

Qualitätssicherung

  • Integration ins Berichtswesen - Gender Monitoring
  • Chancengleichheit ist als eine Komponente von Qualität Gegenstand der Forschungsevaluierung
  • Gender Budgeting

Prozesse / Verfahren

  • Transparenz, Standardisierung, Objektivierung per Frauenförderplan
  • Chancengleichheitsaspekte in Berufungsverfahren (Studie, Controlling)

Organisationskultur

  • Informieren, Bewusstmachen, Transparenz herstellen - Erhöhung der Gender-Kompetenz durch Weiterbildung
  • Empfehlungen: Sitzungszeiten, geschlechtergerechte Sprache (Frauenförderplan)
  • Auszeichnung von Wissenschaftszweigen für Nachwuchsförderung, Einstiegschancen und Aufstiegschancen im Sinne von Gleichstellung von Männern und Frauen gemäß "Anreizsystem für Frauenförderung"

Lehre / Studium

Personalentwicklung / -rekrutierung

  • Integration des Themas in die internen Traineeprogramme
  • Begleitung der Rekrutierung durch AKGL-Diskriminierungsschutz

Vereinbarkeit

Führungskräfte

  • Workshops zur Bias-Sensibilisierung für Mitglieder in Gremien mit Personalbeurteilungs- bzw. - auswahlaufgaben
  • Mentoring-Jour Fixe für gender- und diversitätsgerechte  Gestaltung der Förderbeziehungen mit NachwuchswissenschafterInnen

 

Das Spektrum der Interventionen wurde und wird in Österreich ganz bewusst sehr breit gehalten; mit der Begründung, dass das Problem vielfältige Ursachen hat und daher ein Policy-Mix die Lösung ist, die am meisten Erfolg verspricht (z.B. Hey, Barbara/ Pellert, Ada, Frauenförderung = Hochschulreform, Information Sondernummer 1, 2001).

 

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Kontakt

Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung
Beethovenstraße 19, 8010 Graz
Ilse Wieser Telefon:+43 (0)316 380 - 1020

Öffnungszeiten: Mo - Fr 9:00 bis 13:00

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